Alle wollen auf die Ruine Castell

THURGAUER ZEITUNG MONTAG. 18. August 2008

Es stimmt eben doch. Frauen stehen auf Uniformen. «Ich werde nie so häufig
von Frauen fotografiert, wie wenn ich Uniform trage», sagt Stefan Aebi aus Frauenfeld und grinst. Er ist einer der Thurgauer Landsknechte die am Einweihungsfest Wache schoben. Er und seine Kollegen sollten an diesem Sonntag noch häufig fotografiert werden denn der Besucherandrang war riesig. Die 700 Jahre alte Burgruine mit dem rund 15 Meter hohen Turm war seit März 2007 saniert worden und bot nun eine stilvolle Kulisse für ein Fest. Stündlich informierte Hansjörg Brem vom Amt für Archäologie über das Bauwerk, das auch deshalb so besonders sei, weil noch so viel vorhanden ist und der Turm über eine Aussichtsplattform verfügt. Der Weg ganz nach oben staute sich zunehmend, doch wer etwas Geduld mitbrachte wurde mit einer herrlichen Rundumsicht belohnt.

 

20 Bratwürste oder 200?
Gemeindeammann Markus Thalmann war vom grossen Andrang begeistert. «Ich habe natürlich gehofft, dass so viele Besucher kommen», sagt er. So ganz sicher war er sich aber nicht. «Ich habe die Festwirtschaft organisiert und stand irgendwann vor der Frage: Soll ich nun 20 oder 200 Bratwürste bestellen?» Bleibt zu hoffen, dass er genug bestellt hat, denn vor allem Familien nutzten das Angebot direkt vor Ort Würste zu kaufen und sie selber über dem offenen Feuer zu braten. Während sie geduldig darauf warteten dass sich die Wurst über den Flammen bräunte wurden sie mit Spässen
unterhalten und lauschten der Musik der Spielleut der vorderen Krone.
Wer gerne aktiv wurde für den standen Pfeil und Bogen bereit, um sich im Pfeilbogenschiessen zu versuchen. Trommelwirbel kündigte die Wachtablösung bei den Landsknechten an.

BRENDA ZUCKSCHWERDT