Geschichte der Burg

Die Burganlage ist im 12.Jahrhundert entstanden; eine Chronik nennt den Konstanzer Bischof Ulrich I (1111-1127) als Erbauer. Schon kurz nach dessen Tod des wurde sie von seinem Nachfolger Ulrich II. wieder abgetragen, weil er befürchtete, dass die Burg als Stützpunkt gegen die Stadt Konstanz verwendbar gewesen wäre. Das nächste gesicherete Datum über Castell ist das Jahr 1269. Schon in der Mitte des 12. Jhs. tauchen die Herren von Kastell (Chastel) auf, die in verschiedenen Funktionen der Administration und des Klerus im Konstanzer Bistum bis ans Ende des 14. Jhs. eine Rolle spielen. Die Burg wird spätestens im frühen 13. Jh. wieder aufgebaut worden sein, zu einer Zeit eines eigentlichen Burgen-Booms im Thurgau. Ab etwa 1300 nutzten die Bischöfe von Konstanz die Anlage regelmässig und wohnten auch hier. Die Burg gelangte 1364 an die Familie von Roggwil, 1453 wurde sie vom Bischof von Konstanz wieder zurück gekauft. Ihr Ende findet die Bischofsburg am 11. März 1499 im Schwabenkrieg: sie wird von den Eidgenossen abgebrannt und ist danach nicht mehr aufgebaut worden.

Ruine Castell ob Tägerwilen

Westlich der Ruine entsteht 1725 das Schloss Castell, eine Renaissance-Villa, vom damaligen Besitzer Daniel Hermann Zollikofer erbaut, wofür sicher Steine von der Ruine verwendet wurden. Wie Ansichten aus dem 18. und 19. Jh. zeigen, stand im Bereich der Burg aber weiterhin ein kleineres Gebäude und auch der Westturm wurde einigermassen unterhalten.
Die Ruine scheint in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. ein erstes Mal saniert worden zu sein. Bei dieser Gelegenheit baute man wahrscheinlich auch den Turm zu einem Aussichtsturm aus. Gut möglich, dass Baron Max von Scherrer, der Ende des 19. Jhs. umfangreiche Bauarbeiten am Schloss durchführte, der Urheber war.
Längere Zeit gab es keine Unterhaltsarbeiten mehr, und der Zustand der Mauerpartien hat sich ständig verschlechtert, so dass in den 1980er Jahren ein erstes Sanierungskonzept ausgearbeitet wurde ist. Bei dieser Gelegenheit nahm das Amt für Archäologie auch einen genauen Grundrissplan der Burg auf. Leider scheiterten diese Sanierungsbemühungen. 2007/08 wurden Westturm und Südmauer des Palas gesichert und die nötigen Restaurierungen gemacht.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auf den Seiten
«Amt für Archäologie» des Kanton Thurgau